Die Abwassergebühr

Getrennte Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser

In Dresden gibt es eine getrennte Gebühr für die Schmutz- und Niederschlagswasserentsorgung. Dies ist vorgeschrieben, wenn mehr als 15 Prozent der Aufwendungen für Bau, Betrieb und Instandhaltung des Kanalnetzes und der Abwasserreinigungsanlagen durch die Niederschlagswasserbehandlung verursacht werden. (In Dresden sind es zirka 30 Prozent.)

Diese getrennte Gebühr wird stärker dem Verursacherprinzip gerecht: Grundstücksbesitzer, die viel Regenwasser in die Kanalisation einleiten, zahlen eine entsprechend hohe Niederschlagswassergebühr.

Berechnungsgrundlage für die Schmutzwassergebühr ist der Trinkwasserverbrauch in Kubikmetern (von DREWAG oder anderen Quellen). Die Höhe der Niederschlagswassergebühr basiert auf der Größe der an die öffentlichen Abwasseranlagen angeschlossenen, versiegelten Flächen, von denen Regenwasser in die öffentliche Kanalisation gelangt (Dächer, Wege, Parkplätze etc.).


Wofür zahlen Sie Ihre Abwassergebühr?

Eine intakte Umwelt und eine saubere Elbe gehören zu den Rahmenbedingungen, die Dresden zu einem der attraktivsten Lebens- und Wirtschaftsräume Deutschlands machen.

Um die strengen europäischen Richtlinien zum Schutz der Gewässer zu erfüllen, waren und sind in Dresden enorme Anstrengungen und Investitionen notwendig. Über das Kanalnetz wird das Abwasser aus Haushalten, Gewerbe und Industrie der Kläranlage zugeführt und gereinigt. Anschließend leiten wir das von Schadstoffen befreite Wasser wieder dem Wasserkreislauf zu, indem wir es in ein Gewässer abfließen lassen.

Selbstverständlich sind wir in unserem Einzugsgebiet auch für die Regenwasserbewirtschaftung zuständig. Daher sind unsere Kanalnetze so zu bemessen, dass sie auch bei starkem Regen eine große Sicherheit vor Überflutung bieten. Mit unterschiedlichen Maßnahmen behandeln wir das Regenwasser, bevor wir es in Gewässer ableiten oder in der Kläranlage reinigen. Der Aufwand, den wir hierfür – bei jeder Wetterlage – betreiben, ist in der Niederschlagswassergebühr erfasst.

Alle Abfallprodukte, die bei der Abwasserreinigung entstehen (u. a. Schlamm, Sand und Rechengut) werden verwertet bzw. entsorgt. So wird der Klärschlamm in der neuen Schlammbehandlungsanlage in Energie umgewandelt, der ausgefaulte Schlamm in Kompostierungsanlagen weiterverarbeitet und letztlich in der Landwirtschaft eingesetzt bzw. zur Rekultivierung. Aus den Rückständen, die in Sandfängen und bei Kanalreinigungsarbeiten anfallen, kann Material für den Straßenbau aufbereitet werden.

Neue Herausforderungen entstanden durch die extremen Hochwasser: Allein für den Schutz der Abwasseranlagen benötigte die Stadtentwässrung Dresden seit 2002 insgesamt 26 Millionen Euro. In der Johannstadt und in Stetzsch entwässern neue Hochwasserpumpwerke die Stadt bei starkem Regen und hohem Elbpegel. (Baukosten für beide Anlagen rund 17 Mio. Euro)

In den vergangenen 20 Jahren hat die Stadtentwässerung Dresden annähernd 700 Mio. Euro in Sanierung und Ausbau von Kanalnetz und Kläranlage investiert. Trotz der hohen Investitionskosten befinden sich unsere Abwassergebühren auf stabilem und vergleichsweise niedrigem Niveau. Im Durchschnitt muss jeder Dresdner täglich nur 20 Cent für die Reinigung von 100 Litern Abwasser und die Ableitung des Regenwassers zahlen.