Mit Regenwasser wirtschaften

Zum Umgang mit Niederschlägen

Im Dresdner Kanalnetz wird Schmutz- und Niederschlagswasser überwiegend gemeinsam in einem Kanal, im so genannten Mischsystem, abgeleitet. Die Mischwasserkanäle sind so  bemessen, dass sie auch bei starkem Regen eine große Sicherheit vor Überflutung bieten.

Mit unterschiedlichen Maßnahmen behandeln wir das Regenwasser, bevor wir es in Gewässer ableiten, oder wir reinigen es in der Kläranlage. Der Aufwand, den wir hierfür betreiben, ist in der Niederschlagswassergebühr erfasst. Sie beträgt in Dresden 1,56 Euro je Quadratmeter pro Jahr für die Flächen, von denen Regenwasser in die öffentliche Kanalisation gelangt. Auf welche Art das Wasser behandelt wird, ist im Sinne der Gebührengerechtigkeit unerheblich.

 


Sparmöglichkeiten

Schützen Sie die Umwelt und Ihr Portemonnaie! Ein sinnvoller Umgang mit dem Regenwasser stärkt den natürlichen Wasserkreislauf, verbessert das lokale Klima, dient dem Hochwasserschutz und entlastet letztlich den Gebührenzahler.

Die Maßnahmen einer ökologischen und ökonomischen Regenwasserbewirtschaftung folgen dabei nachstehender Hierarchie:


1. Versiegelung vermeiden

Prüfen Sie bereits in der Planungsphase kritisch, welche Flächen überhaupt versiegelt werden müssen. Ist eine Befestigung unumgänglich, so haben durchlässige Befestigungen den Vorrang. Dachflächen mit einem Wasser speichernden Effekt (z. B. Gründach) können zu einer verringerten Ableitung beitragen. Abminderungsfaktoren unterschiedlicher Oberflächen finden Sie in der Technischen Richtlinie TR 2.4.


2. Versickerung

Zu den möglichen Varianten zählen die Flächen-, Mulden-, Rigolen- und Schachtversickerung. Die Versickerung von unbelastetem Niederschlagswasser bedarf der Erlaubnis der unteren Wasserbehörde und ist nur dann wasserrechtlich erlaubnisfrei, wenn alle Anforderungen der §§ 3 bis 6 der Erlaubnisfreiheits-Verordnung (ErlFreiVO) erfüllt sind.

Voraussetzung für die Befreiung von der Niederschlagswassergebühr oder deren Reduzierung ist, dass das Niederschlagswasser auf dem Grundstück schadlos versickert werden kann. Der hierfür erforderliche Nachweis der ausreichenden Dimensionierung und Wirksamkeit der Versickerungsanlage ist in Form eines Berechnungsnachweises gemäß DWA-Arbeitsblatt A 138 zu erbringen.

Siehe auch -> Hinweisblatt zur Versickerung von Niederschlagswasser


3. Regenwassernutzung

Bei Verwendung von Regenwasser in Haus und Garten für Zwecke, die nicht zwingend Trinkwasser erfordern, können Sie anteilig Trinkwasserkosten sparen (z. B. Toilettenspülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung). Bei ganzjähriger Nutzung von Regenwasser für Toilettenspülung und Waschmaschine gilt dies auch für die Niederschlagswassergebühr – unter bestimmten Bedingungen. Wir beraten Sie gern dazu.


Der Praxisratgeber "Mit Regenwasser wirtschaften"

Die Stadtentwässerung Dresden und das Amt für Umweltschutz bieten Planern, Bauherren, Grundstücksbesitzern und Mietern kompaktes, praxisorientiertes Wissen in Form eines umfassenden Ratgebers: PDF-Download