Eingangsallee der Kläranlage

Grünanlagen prägen das Gelände.

Undinen mit Regenschale

Angela Hampel schuf diese Figurengruppe
im Park neben dem Betriebsrestaurant.

Viva Fluvia – Es lebe die Flüssin!

Heidemarie Dressels Segel versprüht sauberes
Wasser. Das Metallsegel steht am Ufer der Elbe.

Klärpark Dresden-Kaditz

Energie 21

Ralf Strothteicher
Ltr. Technischer Bereich

Tel.: 0351 822-2170


Wer heute die Kläranlage Dresden-Kaditz besucht, wird zunächst kaum bemerken, dass er eine Industrieanlage betritt. Eher fühlt man sich in eine liebevoll gepflegte Parkanlage versetzt. Alte und neue Architektur sind harmonisch in eine parkähnliche Umgebung eingebettet. Diese wurde unter anderem als Ausgleich für die Flächeninanspruchnahme durch den bis 2005 erfolgten Kläranlagenausbau geschaffen.

Neben einer umfangreichen Begrünung des Geländes entstanden im elbnahen Bereich Trocken- und Feuchtbiotope, die dem Charakter der ursprünglichen Landschaft entsprechen. Geschützten Tieren und Pflanzen konnte so verlorener Lebensraum zurückgegeben werden.

Aber auch die Mitarbeiter der Stadtentwässerung Dresden schätzen diese grünen Oasen. Sie verbringen an warmen Tagen ihre Mittagspause auf der Terrasse der Betriebsgasstätte und genießen den Ausblick auf drei Teiche, die mittlerweile zu einer kleinen Seenlandschaft zusammengewachsen sind.

› Siehe auch Wildvogelauffangstation

Lebendiges Baudenkmal

Einmalig für eine deutsche Kläranlage ist ein rund 100 Jahre altes Gebäudeensemble. Der bekannte Dresdner Architekt Hans Erlwein fügte 1910 acht Hochbauten behutsam in die Elblandschaft ein. Nach der Sanierung Anfang der Neunzigerjahre erstrahlen sie wieder in alter Schönheit. Wo sinnvoll, wurden die ursprünglichen Funktionen der unter Denkmalschutz stehenden Häuser beibehalten.

blick-in-die-klaeranlage-kaditz

Unmittelbar hinter der Eingangsallee lenken zwei große graue Rundbauten das Interesse auf sich. Die beiden ehemaligen Faultürme wirken wie Zwillinge. Doch liegen zwischen deren Fertigstellungen (1937 bzw. 1956) rund 20 Jahre. Nach der verhängnisvollen Havarie des Klärwerkes im Jahr 1987 gingen sie außer Betrieb. Von 2001 bis 2003 wurden die Türme denkmalgerecht saniert und zu einem Mehrzweckgebäude umgestaltet. Dabei erhielten sie einen gläsernen Verbindungsbau. Die Bauwerke der neuen biologischen Abwasserbehandlung, elegant und wohlproportioniert, schließen sich formvollendet an das historische Areal an.

Wasserkunst

Die Kläranlage in Dresden-Kaditz soll von den Dresdnern nicht nur als zweckmäßige Einrichtung zur Abwasserbehandlung wahrgenommen werden, sondern auch als grüner Park. Daher bat man die Mitglieder von Mnemosyne, einem Zusammenschluss Dresdner Künstlerinnen, zur Ausgestaltung des Geländes beizutragen. Bereits an der Pforte wird man auf den mittlerweile entstandenen Kunstweg durch die Kläranlage eingestimmt.

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Ein großer ehemaliger Absperrschieber der Dresdner Kanalisation, durch den sich aus Metall geformte Wogen ergießen, symbolisiert das Einströmen des Abwassers aus der Kanalisation in die Kläranlage. Auf der Oberfläche der Absperrvorrichtung sind die unterschiedlichen Inhaltstoffe aufgeführt, die sich in Abwässern finden lassen.

Plastersteine-Eingang-Klaeranlage-Kaditz

Eine weitläufige Allee empfängt die Besucher. Hier sind gläserne Steine mit lyrischen Zitaten in den Pflastergrund eingelassen. Die drei Texte über das Wasser sind eine Installation der Künstlerin Kerstin Quandt. Die sogenannten „Strömungen“ mahnen zum sorgfältigen Umgang mit dem Leben spendenden Nass.

Wellen-an-der-Trafostation

Nicht zu übersehen, weil in der Blickachse der Allee angeordnet, ist auf einer großen Wandfläche an der Trafostation eine Farbwoge, die sich in sanftem und kräftigem Grün und Blau ergießt. „Wasserzeichen“ nannte sie Kerstin Franke-Gneuß. Filigrane, gebogene und farbbeschichtete Aluröhren verkörpern die Bewegung der nahen Elbe.

Figurengruppe Undinen

In Nachbarschaft zu den drei Teichen stehen, weithin sichtbar auf einem Hügel, drei Skulpturen aus rostigem, 1 cm dickem Baustahl. Es sind drei weibliche jungfräuliche Wassergeister, gewissermaßen Schwestern der bekannten Figur auf der Pieschener Hafenmole. „Undinen“, so der Titel dieser Arbeit von Angela Hampel.

viva-fluvia

Am Elbufer, oberhalb des Auslaufkanals, markiert eine große Metallinstallation den Punkt, an dem das gereinigte Abwasser in die Elbe fließt. An einem elf Meter hohen Mast spannen sich zwei Segel aus filigranen Edelstahlnetzen mit Düsen, die einen feinen Wasserschleier auf die Elbe zaubern. (Im Sommer zu jeder vollen Stunde und zusätzlich wenn Dampfer vorbeifahren versprüht das Segel sauberes Grundwasser.)

Die Plastik wird nachts angestrahlt und ist weithin zu sehen. Heidemarie Dressel gab ihrem Werk den Namen Viva Fluvia – „Es lebe die Flüssin“.

(Foto – Mai 2015:www.pressebuero-naumann.de)