Schlammbehandlung

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Fehleinbindung von virenaktivem Abwasser in die öffentliche Kanalisation
Mittwoch, 02.08.2017
Die Stadtentwässerung Dresden erfuhr am Nachmittag des 10. Juli 2017 durch das Umweltamt Dresden, dass sich die Firma... › mehr
Junge Flüchtlinge starten Ausbildung bei der SEDD
Dienstag, 11.07.2017
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Die neue Schlammbehandlung an der Autobahn A4.
Statische Eindicker entwässern den Primärschlamm.
Mittels perforierter Bänder wird der Belebtschlamm eingedickt.
Wärme aus dem BHKW erhitzt den Schlamm auf 37° C.

Pflicht-Information laut Sörtfallverordnung

Braunes Gold

Die Kehrseite der Abwasserreinigung ist der Anfall von Klärschlamm, zirka 150 Tonnen werden täglich per LKW entsorgt (Trockenanteil 30 Prozent, Konsistenz: frischer Mörtel).

In der Klärschlammbehandlungsanlage an der Autobahn A4 wird der Schlamm eingedickt, erwärmt, ausgefault und entwässert. Mit dem dabei gewonnen Klärgas erzeugt die Stadtentwässerung Dresden Elektroenergie und Wärme. Der ins Werksnetz eingespeiste Grüne Strom (jährlich 18.000 MWh) deckt zwei Drittel des Energieverbrauchs der SEDD.

Schlammeindickung

Primärschlamm und Überschussschlamm werden zunächst separat eingedickt, aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften.

Der Primärschlamm aus der mechanischen Vorklärung ruht für etwa zwei Tage in runden Becken. Durch die Schwerkraft verdichtet sich der Schlamm am Boden. Darüber bildet sich eine Trübwasserschicht. Dieses Wasser wird zurück in die Abwasserreinigung gepumpt. Bei der Eindickung verliert der Primärschlamm etwa zwei Drittel seines Volumens.

Der Belebtschlamm aus der biologischen Abwasserreinigung (Überschussschlamm) wird auf einem Siebband verteilt. Auf der gut zwei Meter langen Strecke rieselt Wasser durch Millionen kleinster Löcher, wie bei einem Kaffeefilter. Die Schlammflocken bleiben auf dem Band zurück. Danach hat der Schlamm nur noch 10 Prozent seines Ausgangsvolumens.

Wärmeübertrager

Der eingedickte Primär- und Überschussschlamm wird vermischt und vor dem Befüllen der Türme auf etwa 37° Celsius erwärmt. Das ist die optimale Temperatur für die Methangas-Produktion. Die benötigte Wärme stammt aus dem Blockheizkraftwerk (BHKW).

Zusätzlich wird Schlamm aus den Türmen zurückgeführt, erneut erwärmt und wieder in den Faulturm gepumpt (Umwälzschlamm).

Faultürme

In den Türmen fault (bzw. gärt) der Klärschlamm mit Hilfe von Bakterien. Fast die Hälfte seines organischen Anteils wandelt sich dabei in Klärgas um. Das Gas steigt in die Spitze des Eies – dem Gasdom – und wird abgeleitet. Ein Rührwerk saugt den Schlamm durch ein senkrechtes Mischrohr und hält ihn in Bewegung. Das gewährleistet eine gute Temperaturverteilung und verhindert Ablagerungen. Dazu dient auch die Bauform der Türme: Eier haben keine „toten“ Ecken.

Gasaufbereitung und Energieerzeugung

Das entstandene Klärgas wird aufwendig gereinigt, getrocknet und verdichtet. Ein Gasspeicher dient als Puffer für den kontinuierlichen Betrieb des Blockheizkraftwerkes.

Drei mit gereinigtem Klärgas (65 Prozent Methan) gespeiste Motoren treiben je einen Generator an. Die erzeugte Elektroenergie wird ins Netz der Kläranlage eingespeist. Mit der gewonnenen Wärme werden der Klärschlamm erwärmt und Betriebsgebäude geheizt.

Schlammentwässerung und –verladung

Der ausgefaulte Klärschlamm entwässert in Zentrifugen weiter. Das Prinzip ähnelt einer Wäscheschleuder. Der Schlamm hat nun die Konsistenz feuchter Erde (Experten sagen stichfest).

Aus den Zentrifugen gelangt der entwässerte Klärschlamm in die Silos der Verladestation. Dort werden Lkw befüllt, die ihn zu Kompostierungsanlagen oder in die Landwirtschaft fahren.