Aktuelle Projekte

Energie 21

Ralf Strothteicher
Ltr. Technischer Bereich

Tel.: 0351 822-2170


Entwicklungsoptionen für die Schlammverwertung

Gegenwärtig verstromt die Stadtentwässerung Dresden (SEDD) das aus Klärschlamm gewonnene Biogas in drei Blockheizkraftwerken (BHKW, 2 x 1.200 und 1 x 0,85 kWel), wodurch sie etwa 70 Prozent ihres Energiebedarfs deckt.

Neben Klärschlamm sollen künftig weitere biogene Rest- und Abfallstoffe in die beiden Faultürme (je 10.500 m³) gegeben werden. Durch diese „Co-Vergärung“ wird die Biogasmenge weiter steigen. Eine noch höhere Ausbeute könnte die Desintegration des Klärschlammes bringen, also eine Zerkleinerung auf biologischem, physikalischem oder chemischem Weg.

Um diese Option zu erforschen, arbeitet die Stadtentwässerung mit dem Dresdner Fraunhofer-Institut zusammen. Unter reellen Bedingungen wird die IKTS-Ultraschalldesintegration getestet. Mit den erwarteten Zuwächsen an Biogas verbinden sich Hoffnungen auf eine bessere Verwertung und Vermarktung. Eine interessante Option ist der Einsatz von MCFC (Megawatt-Brennstoffzellen).

Die Zielstellungen lauten: energieautarke Kläranlage, ggf. Stromlieferungen ins städtische Netz und Gewinnung von externen Wärmekunden. Versuche im Labor verliefen bereits erfolgreich, nun wird mit realem Biogas getestet. Ergebnisse werden Anfang 2014 erwartet.

Das sind die Vorteile von Brennstoffzellen gegenüber BHKW:

  • höhere Wirkungsgrad (BHKW 40 Prozent, BZ 50 Prozent)
  • höhere Flexibiltät der Brenngaszusammensetzung, d. h. es können auch andere "Abfälle" vergärt werden, z.B. Speise- und Marktabfälle, überlagerte Lebensmittel, Rückstände Lebensmittelherstellung, häuslicher Bioabfall (in Dresden „Braune Tonne“ - zzt. Ausschreibungsvorbereitung für 24.000 t/a) …
  • umweltfreundlich, leise, wartungsarm