Abflusssteuerung

Aktivierter Stauraumkanal
Drehbogen in Leuben
Regenüberlaufbecken Kläranlage Kaditz
Steuerbauwerk Schaufußstraße
Steuerbauwerk Uniklinik

Das Dresdner Stadtgebiet wird zu 75 Prozent im Mischsystem entwässert, d. h. Schmutz- und Regenwasser fließen in einem gemeinsamen Kanal zur Kläranlage. Bei extremen Niederschlägen schwellen die Wassermassen zeitweilig bis zum 50-fachen der Trockenwettermenge an.

Nun wäre es sehr teuer, die Rohrdurchmesser auf alle kurzzeitig vorstellbaren Wassermengen auszulegen. Um die Kanäle zu schützen, wird stattdessen (bei Regen) stark verdünntes Mischwasser über Regenüberläufe in benachbarte Gewässer geleitet.

Dieses Prinzip wirkt vor allem in den beiden Hauptsträngen beidseitig der Elbe, dem Altstädter und dem Neustädter Abfangkanal. Auf Altstädter Seite bestehen 35, auf Neustädter Seite 23 Regenwasserüberläufe zur Elbe, im gesamten Entwässerungsnetz 140 Stück.

Das sogenannte Abschlagen von unbehandeltem Mischwasser ist natürlich eine Belastung für die Gewässer und gesetzlich limitiert. Die konventionelle Methode zur Verminderung dieser Emissionen ist der Bau von Regenüberlaufbecken sowie die Erhöhung der Kläranlagenkapazität.

In Dresden wurde ein neuer, innovativer Weg beschritten: die Abflusssteuerung im Verbundbetrieb. Sie beruht auf der Rückhaltung von Mischwasser im bestehenden Netz.

Das Rückgrat bilden zwei neue Regenüberlaufbecken in Johannstadt und Kaditz sowie Kanäle, die über geeignete Speicherkapazitäten verfügen. Droht hydraulische Überlastung, halten ferngesteuerte Schieber das Abwasser in diesen Kanalabschnitten zurück.

Heute besteht dieses Abflusssteuerungssystem aus folgenden Elementen:

  • 2 Regenüberlaufbecken mit insgesamt 36.000 Kubikmetern Volumen
  • 10 bewirtschaftete Kanalbereiche mit 56.000 Kubikmetern Volumen
  • 60 Wasserstandsmesser
  • 18 Schieber
  • 1 Drehbogen
  • 4 Absenkschütze
  • 17 Regenschreiber
  • Fernwirknetz zur Datenerfassung und Steuerung
  • Prozessleitsystem und Prozessrechner.

Die Aktivierung vorhandenen Stauraumes ist eine kostengünstige Alternative zum Neubau von Regenbecken – sie sind etwa doppelt so teuer.