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Vietnam lernt von Dresden, wie Abwasser geht

08.07.2016 | Mit dem Programm Reform der Berufsbildung in Vietnam, welches durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt wird, ist es gelungen, das Engagement der GIZ in der Berufsausbildung und beim Aufbau des Abwassersektors erfolgversprechend zu verbinden.

Seit Ende 2013, dem Projektstart, arbeiten auf deutscher Seite unter Führung der GIZ das Konsortium der Consultingunternehmen GOPA/PLANCO in Kooperation mit der Stadtentwässerung Dresden GmbH daran, den für Vietnam völlig neuen Beruf „Fachkraft für Abwassertechnik“ und die dazu gehörige berufliche Ausbildung nachhaltig  zu etablieren. Fachlich unterstützt werden sie durch die Praxispartner wie das Berufsschulzentrum für Technik und Wirtschaft (BSZ) Pirna und maßgeblich die IHK Dresden. Ein enger Austausch mit dem Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft/AHK in Vietnam ist im Gange.

In enger Zusammenarbeit zwischen der GIZ, den vietnamesischen Ministerien für Arbeit und Bauwesen sowie den Praxispartnern Ho Chi Minh Vocational College of Technology und ausgewählten Abwasserunternehmen wurde Ende 2015 eine Pilotklasse der beruflichen Erstausbildung zur „Fachkraft für Abwassertechnik“ gestartet. Der in Vietnam neue Ausbildungsgang verbindet den deutschen Standard mit vietnamesischen Spezifikationen und Bedingungen. Dies wurde durch die fachliche Beratung und Unterstützung der IHK Dresden in wesentlichen Prozessschritten wie Erarbeitung des nationalen Berufsstandards, Aufbau eines kooperativen Ausbildungsprogramms und Fortbildung von nationalem Personal zur Qualitätssicherung der Ausbildungsabschlüsse gesichert. Durch die AHK Vietnam kann eine zusätzliche Zertifizierung in Vietnam ermöglicht werden, die eng an den deutschen Standards angelehnt ist.

Als eine der Kernmaßnahmen zur erfolgreichen Umsetzung der Ausbildung werden seit 06/2014 junge Lehrkräfte der beteiligten vietnamesischen Berufsschule und den Partnerunternehmen von deutschen Fachleuten in Theorie und Praxis qualifiziert. Ziel ist es, zukünftig die Gruppe der Lehrkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder zu erweitern und die Erstausbildung durch diese vietnamesischen schulischen und betrieblichen Lehrkräfte fortzuführen. So soll eine Multiplikation des Ansatzes und Breitenwirkung der Ausbildung erreicht werden. „Die Herausforderungen einer am deutschen Beispiel orientierten Berufsausbildung sind für die Lehrkräfte nicht einfach zu bewältigen“ so Frau Dr. Nguyen Thi Hang, Leiterin der Ho Chi Minh Vocational College of Technology. „Besonderes Engagement und die Unterstützung von vielen Seiten wie der IHK Dresden oder des BSZ Pirna stimmen mich optimistisch, dass im nächsten Jahr erste Lehrkräfte die Abschlussprüfung der Fortbildung erfolgreich bestehen werden.“Die Summerschool diente der Prüfungsvorbereitung und Prüferschulung ausgewählter vietnamesischer Lehrkräfte aus Betrieben und Berufsbildungsinstituten. „Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann!“, stellte Herr Dr. Sommer, Programmdirektor der GIZ, beim Überreichen der Zertifikate fest. Dass sich diese Investition in eine qualitätsgesicherte Ausbildung lohnt, darin sind sich alle Beteiligten einig.

Das Wirtschafts- und Kultusministerium in Sachsen unterstützt das Vorhaben der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit genau aus diesem Grund. Wenn zukünftig gut ausgebildete Facharbeiter für Abwassertechnik in Vietnam umweltgerecht und sicher Abwasseranlagen aufbauen sowie betreiben, öffnet dieses Vorhaben mittelbar auch die Türen für den Technologieexport aus Deutschland.