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Forschungsprojekt MikroModell gestartet

04.02.2016 | Immer mehr Arzneimittel, Kosmetikprodukte, Chemikalien aus Haushalten, Industrie und Landwirtschaft sowie Mikroplastik belasten unsere Gewässer - das Forschungsprojekt MikroModell untersucht die Auswirkungen.

Den Spurenstoffen auf der Spur – Wissenschaft und Kläranlagenbetreiber forschen für die Zukunft unserer Gewässer.

Wo Menschen leben und arbeiten, hinterlassen sie Spuren, die auch unsere Umwelt und Gewässer belasten. Während wir versuchen über die Europäische Wasserrahmenrichtlinie und Umwelt­qualitätsnormen die Belastungen zu kontrollieren, zwingt uns eine leistungs­fähi­gere Analytik sowie immer neue Substanzen vor allem aus der Chemie-, Agrar- oder Pharmaindustrie zu einer offensi­veren Auseinan­dersetzung mit den neuartigen Schadstoffen als bisher.

Was bewirken solche Stoffe, die i.d.R. in Mikro- und Nanokonzentra­tionen vorkommen, in unseren Gewässern? Welche Auswirkungen haben sie auf die mensch­liche Gesundheit oder die Vitalität von Gewässerökosystemen? Und vor allem was können oder müssen wir tun, um mögliche Schäden zu vermeiden? Einträge mindern oder sogar ganz vermeiden, den Verbraucher aufklären, Technologien entwickeln?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das praxisorientierte Verbundvorhaben „MikroModell“, für welches das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in seiner letzten Sitzung 2015 den Startschuss gab und das von DBU, dem Sächsischen Umweltministerium und der GELSENWASSER AG über drei Jahre gefördert wird. Dabei stellen sich die Abwasser­unter­nehmen aus Plauen, Chemnitz und Dresden unter wissenschaftlicher Begleitung der Techni­schen Universität Dresden (TUD) der Herausforderung, auf Grundlage eines Stoffflussmodells mögliche Belastungsszenarien vor Ort zu simulieren und damit eine Entscheidungs­grundlage für das Management von Mikroschadstoffen bereitzustellen. Diese sollen erklären, ob und mit welchen Mitteln Einträge in die Gewässer reduziert werden können, beispielsweise durch Vermeidung, Substitution oder technische Lösungen, und werden abschließend in einem Leit­faden mit konkreten Handlungs­empfeh­lungen zusammengefasst.

„Die DBU sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt, um den Arzneimitteleintrag in die Umwelt langfristig zu vermindern. Dadurch werden die DBU-Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“  und laufende DBU-Förderprojekte zur vierten  Reinigungsstufe auf Kläranlagen ergänzt“, resümiert Herr Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der DBU. Dabei spielt für alle Projektbeteiligten der Dialog mit den Verursachern eine ebenso wichtige Rolle wie mit Kliniken, Ärzten, Apothekern oder auch den Verbrauchern, die beispielsweise über Bürger­foren informiert werden sollen.

Die Auftaktveranstaltung fand am 28. Januar 2016 in der Sieb­scheibenhalle der Kläranlage Dresden-Kaditz statt.