Luftkissendüker

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Seit 1990 werden im Innenstadtbereich in zunehmendem Maße Tiefgaragen und auch Straßentunnel errichtet. Hierbei ergeben sich häufig Konflikte zum bestehenden Kanalisationssystem. Ein Musterbeispiel stellt die Untertunnelung des Wiener Platzes an der Nordseite des Hauptbahnhofes dar. Der neue Straßentunnel kollidiert gleich mit mehreren Hauptkanälen aus dem Einzugsgebiet der Südvorstadt. Obwohl sie über 100 Jahre alt sind, ist ihre bautechnische Qualität auch heute noch ausgezeichnet. Die hydraulische Leistungsfähigkeit entspricht ebenso noch den heutigen Anforderungen.

Der Kanal in der Winckelmannstraße/Reitbahnstraße mit einem Profil 2400/2160, Baujahr 1890, wurde durch ein Sonderbauwerk, einen „Luftkissendüker", ersetzt. Die Sohle des Kanals musste um 7,90 m abgesenkt werden. Der Rohrdurchmesser des tief liegenden Dükerteiles beträgt DN 2.400 mm. Er unterquert auf einer Länge von zirka 110 m eine Tiefgarage und den benachbarten Straßentunnel.

Das Arbeitsprinzip eines Luftkissendükers besteht darin, im tief liegenden Rohrteil durch Kompressoren eine große Luftblase zu erzeugen und deren Größe so zu steuern, dass vom Rohrquerschnitt nur so viel zum Wasserdurchfluss freigegeben wird, wie zur Einhaltung einer Mindestfließgeschwindigkeit von 0,6 m/s erforderlich ist, um Ablagerungen zu vermeiden. Infolge der extremen Abflussschwankungen (Trockenwetternachtabfluss 30 l/s, Mischwasserspitzenabfluss 8.800 l/s) ergab sich die Notwendigkeit des Einbaues eines gesonderten Trockenwetterrohres DN 400 mm.

Luftkissendüker stellen eine technische Neuheit dar, die bisher nur in Basel, Regensburg, Hamburg und Paris zur Ausführung gelangten. Nach anfänglich skeptischer Einstellung der Mitarbeiter der Stadtentwässerung Dresden gegenüber der sicheren Funktion dieser hoch technischen Anlage muss bis heute ein im wesentlichen störungsfreier Betrieb konstatiert werden.