Entlang der Güntzstraße soll auf der gesamten Länge unseres Schulgebäudes eine gemischte Hecke als Blüh - und Grünhecke angelegt werden. Versuchsweise sind 20 Meter Hecke bereits im Herbst 2005 gepflanzt worden und begrünen nun die Bereiche vor dem Geographiefachkabinett und dem Vorbereitungsraum. Die Arbeiten an diesem Abschnitt wurden durch Schüler während der Schülerarbeitswoche durchgeführt.
Die Heckenpflanzung erfolgt in fischgrätenartigem Versatz einzelner Pflanzreihen, die jeweils 3 Meter lang, 45 Grad geneigt und überlappend in den vorhandenen Rasen eingepflanzt wurden. Die Hecke soll Höhen von 1,5 Meter bis 3 Meter erreichen und als wilde Heckenformation nur einer gewissen Grundstruktur gehorchen, die dann durch Schnitt aufrecht erhalten werden soll. Neben immergrünen gibt es jahreszeitlich grüne und blühende Pflanzreihenbestandteile, so daß eine insgesamt bunte Formation entsteht. Die Gesamtplanung sieht ein unbewässertes Standortgefüge mit trockenresistenter und xeromorpher Tendenz vor. Gleichwohl ist bis zur Etablierung des Gefüges mit Bewässerung auf guten Anwuchs zu achten. Die einjährige Testphase hat uns in der Annahme bestätigt, das die Anlage tragfähig ist. Es gibt fast keine Pflanzausfälle, der Anwuchs kann als sehr gut bezeichnet werden, obwohl das Schuttgefüge des Untergrundes und die rankerartige Bodenstruktur in Rechnung zu stellen sind.
Projektziele
Ziel des Projektes:
Die Fachräume der Naturwissenschaften sind die wenigen Räume unserer Schule, die ebenerdig angelegt und zur Ostseite, zur Güntzstraße hin, orientiert sind. Durch diese Besonderheiten sind diese Räume in besonderem Maße durch Lärm, Staub, Abgase und visuelle Reize belastet. Das Arbeiten bei geöffnetem Fenster ist dadurch so gut wie unmöglich.
Die Heckenanlage im Abstand von 4 Metern zur Gebäudekante soll zunächst eine visuelle Entlastung vom hektischen Straßengeschehen leisten und einen Ruhepunkt für die Augen bieten. Man kann bereits mit der noch jungen und niedrigen Versuchsreihe genau diesen Effekt beobachten, so daß hier von einem weiteren Zuwachs der Funktion während des vollen Höhenaufwuchses zu rechnen ist. Im Zuge der dichteren Ausbildung der Hecke ist mit einer Abnahme der Staub- und Lärmbelastung zu rechnen. Bereits in diesem Jahr erlebten wir zudem eine Belebung des Standortes durch Schmetterlinge und Singvögel. Es ist damit zu rechnen, daß der Standort zu einem vollwertigem Heckenbiotop aufwachsen kann und so zu einem vielseitigen Lebensraum werden kann. Die Anlage soll keine Zierformation werden, sondern so naturnah wie möglich aufwachsen. Pflegearbeiten sollen den Bestand erhalten und schützen, aber keine Zierformen hervorbringen.
Zukünftig könnte man daran denken, den zwischen Gebäude und Hecke entstehenden Schutzstreifen auch für Schulveranstaltungen zu nutzen. So könnten etwa oder Arbeitsflächen für Gruppenarbeiten im Freien entstehen.
Schüler erleben hier unmittelbar, daß sie durch eigene Tätigkeit dazubeitragen können, daß in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas zur Verbesserung des lokalen Klimas in urbaner Umgebung geschieht. Sie werden dadurch angehalten, selbst nach den kleinen Schritten zu suchen und nicht auf die großen Taten von anderen zu warten.
Die Verbesserung der ökölogischen Standorteigenschaften insgesamt, soll hier nicht weiter ausgeführt werden.
Wie sind die Schüler am Projekt beteiligt
Einbindung von Schülern in das Projekt:
Die Schüler legen die Heckenpflanzung selbst an und sind an der fortdauernden Pflege beteiligt. Die Beteiligung Erwachsener wird dabei auf das notwendige Mindestmaß reduziert. Im Rahmen der Schülerarbeitswochen gibt es neben der theoretischen Einführung in die Überlegungen zu Sinn und Zweck der Anlage, die obengenannte Ziele im Fachunterricht Geographie und Biologie aufnimmt, praktische Arbeitseinsätze, in denen die Setzlinge in die Erde gebracht, sowie die erforderlichen Vorbereitungs- und Pflegemaßnahmen durchgeführt werden.
Dabei gibt es neben richtig schwerer körperlicher Arbeit beim Ausheben der Pflanzreihen auch viele andere Aufgaben, wie die Anlage der Grundstruktur, die Verteilung humushaltiger Erde bei der Vorbereitung der Pflanzreihen und das Setzen und Wässern. Die Schüler, die im letzten Jahr die Versuchsreihe angepflanzt haben, haben schon früh auch die langfristige Perspektive erkannt und gemeint, daß zu ihrem Abitur die Hecke groß geworden sein und somit etwas von ihnen auch nach dem Abitur an der Schule bleiben wird.
In übrigen Unterricht taucht die Hecke immer wieder als Beispiel auf, wie es möglich ist, auch mit geringstem Flächeneinsatz große Wirkungen für ein Standortgefüge zu erzielen. Sei das als Windschutzhecke bei Deflation, als Abflussschutz bei Erosion, als Rückzugsort in ausgeräumten Landschaften, als belebendes städtebauliches Element, als architektonisches Beiwerk, als künstlerisches Objekt und anderes mehr. So wird die Verantwortung des Menschen für seine Umwelt erlebbar und zum immanenten Bestandteil im Lernprozess.
Wenn dann, wie neulich, der Schmetterling aus der Hecke ins Klassenzimmer fliegt, kann man den Anschauungswert greifen.
Durch die AktivUm Förderung bekamen wir:
Das zur Verfügung gestellte Fördergeld wurde verwand, um 800 Pflanzen und 18 Kubikmeter Mutterboden zu kaufen. Daneben wurde noch einige Werkzeuge angeschafft.